Bonitätsprüfung: Auskunft einholen, Zahlungsfähigkeit beweisen

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Wer heute eine Wohnung mieten möchte, sollte genügend Zeit einplanen und seine Bonität im Blick haben. Denn Vermieter wollen sichergehen, dass ihr neuer Mieter auch pünktlich bezahlen wird. Bringt der Mieter eine Bonitätsinformation mit, die seine Zahlungsfähigkeit belegt, kann er seine Chancen auf den Zuschlag verbessern.

Bonitätsprüfung, Auskunft einholen, KSV1870, Foto: iStock.com/Portra
Eine Bonitätsauskunft belegt die Zahlungsfähigkeit eines potenziellen Mieters. Foto: iStock.com/Portra

Der Schritt vom Wohnungssuchenden zum Mieter ist manchmal zäh und vor allem mit vielen Fragen verbunden. Vermieter wollen nämlich sichergehen, dass sie jemanden finden, der zahlungsfähig und verlässlich ist. Deshalb verlangen sie oft eine Bonitätsinformation: Mietinteressenten können bei verschiedenen Wirtschaftsauskunfteien eine Bonitätsauskunft anfordern und dem Vermieter vorlegen. Die Daten stammen zum Beispiel von Auskunfteien wie dem Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870), dem Alpenländischen Kreditorenverband, Bisnode, GBI-Genios oder Intrum Jusitita. Der KSV1870 gilt dabei als führender Gläubigerschutzverband Österreichs. Eine Pflicht zur Abgabe einer solchen Bonitätsinformation beim Mieter besteht nicht – die Chance, die Wohnung auch tatsächlich zu bekommen, kann sich dadurch aber deutlich verbessern.

Link-Tipp

In diesem Artikel lesen Sie, was Vermieter ihre Mieter fragen dürfen.

Bonitätsprüfung: Woher Auskunfteien Informationen nehmen

Vertragspartner von Auskunfteien wie dem KSV1870 sind Unternehmen, die mit ihren Leistungen und Lieferungen gegenüber ihren Kunden in Vorleistung treten und somit ein Kreditrisiko eingehen. Dazu zählen etwa Kreditkarten- und Leasinggesellschaften, Handels- und Telekommunikationsunternehmen oder Energieversorger. Die Auskunfteien erhalten von ihnen unter anderem Angaben über das Zahlungsverhalten, etwa wenn eine Forderung nicht bezahlt wurde oder bei der Kündigung eines Vertrags aufgrund eines Zahlungsrückstands.

Diese Daten sind in der Bonitätsauskunft enthalten

Bonitätsprüfung, InfoPass, Foto: iStock.com/standard license
Der InfoPass des KSV1870 enthält Bonitätsinformationen über den Mieter und dient dazu, Vertrauen beim Vermieter aufzubauen. Foto: iStock.com/standard license

Will ein Mieter seine Zahlungsfähigkeit nachweisen, kann er zum Beispiel beim KSV1870 den sogenannten InfoPass beantragen. Diesen gibt es schon um 29,80 Euro (inkl. Porto). Aber auch andere Auskunfteien bieten ähnliche Produkte an. Enthalten sind in der Regel Informationen zu Insolvenzverfahren, etwaigen Zahlungsauffälligkeiten oder Inkassofällen, aber auch vergangene Wohnadressen oder bekannte Grundbucheinträge. Der KSV1870 fasst alle Inhalte zusätzlich in einer Gesamtbewertung zusammen. Diese lautet dann beispielsweise: geringe Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsauffälligkeit. Ein Negativbeispiel wäre: Eine Insolvenz liegt vor.

Achtung

Bonitätsinformationen werden nur über die eigene Person ausgefertigt und können nicht über dritte Personen bezogen werden. Will ein Mieter seine Bonität nachweisen, muss er die fraglichen Informationen also selbst anfordern.

Eintrag nicht aktuell? Das können Verbraucher tun

Grundsätzlich hat jedermann laut § 26 des Datenschutzgesetztes das Recht, einmal jährlich kostenlos eine Selbstauskunft über die zu seiner Person gespeicherten Daten einzuholen. Dabei hat der Verbraucher das Recht, dass seine Daten aktuell gehalten werden beziehungsweise Einträge gelöscht werden. Übrigens: Die kostenlose Selbstauskunft ist nicht zur Vorlage an den Vermieter geeignet, da sie alle gespeicherten Daten enthält, also auch solche, die den potenziellen Vermieter nicht interessieren müssen.

Info

Was die Auskunfteien speichern dürfen

Die Auskunfteien dürfen laut Gewerbeordnung (§ 152) diejenigen Daten speichern, die im Zusammenhang mit der Kreditwürdigkeit stehen.

Bonitätsprüfung: Speicherung und Löschung von Daten

Wie lange Daten gespeichert werden, richtet sich nach den Vorschriften der Datenschutzbehörde und nach der Art des Eintrags.

  • Nach vollständiger Tilgung einer Schuld wird dieser Eintrag nach drei Jahren gelöscht
  • Kam es während der Tilgungshase zu Unregelmäßigkeiten, wird der Eintrag fünf Jahre nach vollständiger Zahlung der Schuld gelöscht.
  • Bei Tilgung einer Schuld auf andere Weise, etwa durch ein Schuldenregulierungsverfahren, sind es sieben Jahre.


Bonitätsauskunft: Sicherheit für den Vermieter

Auch wenn Mieter nicht dazu verpflichtet sind, dem potenziellen Vermieter eine Bonitätsauskunft auszuhändigen, kann dies dennoch ratsam sein. Denn die Auskunft  ist eine objektive Information über die finanzielle Verlässlichkeit eines Mieters und schafft Vertrauen beim Vermieter.

 

28.03.2018


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