Den perfekten Bauplatz finden: Tipps zum Grundstückskauf

Lesermeinungen:  

(0)

Wer ein Haus bauen möchte, braucht zuerst das passende Baugrundstück. Die Suche nach dem Traum-Bauplatz gestaltet sich aber oft schwieriger als gedacht. Infos und Tipps zum Grundstückskauf.

Grundstückskauf, Bauplatz finden, Foto: luxorphoto/fotolia.com
Das passende Baugrundstück zu finden ist oftmals kein ganz einfaches Untergangen. Tipps zum Grundstückskauf. Foto: luxorphoto/fotolia.com

Die Niedrigzinsphase hat in den vergangenen Jahren zu einem regelrechten Bau-Boom geführt. Die Folge: Grundstücke werden aufgrund der hohen Nachfrage teuer und knapp. Vor allem in Ballungsgebieten ist es oftmals schwieriger, einen passenden Bauplatz zu finden als ein Haus. Damit die Suche am Ende erfolgreich ist und Kaufwillige in keine teuren Fallen tappen, sollten künftige Bauherren einige wichtige Tipps zum Grundstückskauf beachten.

Einen passenden Bauplatz finden

Das optimale Baugrundstück zu finden ist nicht immer leicht. Kompetente Helfer unterstützen bei der Suche.

Baugrundstück mithilfe eines Maklers finden: Ein Makler kennt Markt und Baurecht und sucht entsprechend nach individuellen Kundenwünsche nach dem passenden Grundstück.

Grafik: immowelt.at

Grundstück von der Gemeinde: Anfragen bei der Gemeinde vor Ort können erfolgversprechend sein. Aufstrebende kleine und mittlere Gemeinden, die Wohngebiete erschlossen haben, verkaufen Grundstücke oft sogar zu recht günstigen Preisen. Auch fallen meist keine Vermittlungskosten an.

Bauplatz in Immobilienbörsen im Internet suchen: Im Internet gibt es zahlreiche regionale und überregionale Immobilienbörsen wie immowelt.at mit Grundstücksangeboten von Privatleuten und Maklern. Die Suche ist bequem, die Beschreibungen sind ausführlich.

Grafik: immowelt.at

Bauträger-Grundstücke: In Ballungsräumen, wo Grundstücke Mangelware sind, können künftige Bauherren beim Bauträger fündig werden. Ein Nachteil: Meist ist man dann auch vertraglich gebunden, mit diesem Bauträger das Haus zu bauen.

Grafik: immowelt.at

Grundstückskauf – darauf sollten künftige Häuslbauer achten

Vor dem Grundstückskauf sollten Bauherren zunächst gründlich recherchieren. Denn nicht auf jedem Grundstück lässt sich auch das Traumhaus verwirklichen.

Grafik: immowelt.at

Bebauungsplan prüfen

Als erstes sollten Häuslbauer in spe bei der zuständigen Gemeinde den Bebauungsplan einsehen. Dieser gibt zum Beispiel Aufschluss darüber, welche Dachformen und wie viele Stockwerke gebaut werden dürfen. Auch zu Größe und Form des Eigenheims sowie den Mindestabständen zu Nachbargrundstücken macht der Bebauungsplan Vorgaben.

Grafik: immowelt.at

Grundbucheintragung prüfen

Unabdingbar ist auch ein Blick ins Grundbuch. Hier finden sich Informationen über bestehende Hypothekenlasten, eingetragene Wegerechte oder ein mögliches Vorkaufsrecht.

Grafik: immowelt.at

Prüfen, ob das Grundstück schon erschlossen ist

Künftige Bauherren sollten sich auch gleich erkundigen, ob der Bauplatz schon erschlossen ist: Ist das Grundstück an die Kanalisation sowie Energie- und Wasserversorgung angeschlossen? Sind bereits Telefon- und Kabelanschluss gelegt? Auch wenn unerschlossene Grundstücke oftmals günstiger sind, sollten die Erschließungskosten, die sich schnell auf mehrere tausend Euro belaufen können, nicht außer Acht gelassen werden. Hinzu kommt, dass sich eine Erschließung ziemlich lange hinziehen und somit den Hausbau verzögern kann.

Grafik: immowelt.at

Beschaffenheit des Grundstücks

Genau unter die Lupe nehmen sollten Häuslbauer in spe auch die Beschaffenheit des Grundstücks und des Baugrunds. Hanglagen müssen anders bebaut werden als ebene Flächen. Ist der Grundwasserstand beispielsweise enorm hoch, braucht das Haus unter Umständen eine aufwändige Kellerabdichtung. Es lohnt sich daher, im Vorfeld eine Baugrunduntersuchung durchführen zu lassen. Meist bieten geotechnische Büros diese Dienstleistungen an.

Grafik: immowelt.at

Altlasten auf dem Grundstück

Informieren sollten sich künftige Bauherren vor dem Kauf auch über eventuelle Altlasten auf dem Grundstück. Altlasten sind umweltgefährdende Stoffe wie Chemikalien, Öl oder Elektroschrott. Meist kommen sie auf alten Industrie- und Gewerbegrundstücken vor oder auf Grundstücken, auf denen Abfälle gelagert wurden. Um Altlasten ausschließen zu können, sollten Bauherren eine Anfrage beim Altlastenkataster oder beim Bauamt stellen. Informationen gibt es darüber hinaus im Altlastenatlas des Umweltbundesamtes. Im Zweifel kann es sich auch lohnen, ein Bodengutachten anfertigen zu lassen. Diese Dienstleistung wird von manchen Ingenieurbüros oder Geotechnikern angeboten. Eine lohnenswerte Investition: Denn besteht eine Belastung des Grundstücks und der Verkäufer hat dies dem Käufer nicht mitgeteilt, kann es später zu komplizierten Gerichtsverfahren kommen.

Grafik: immowelt.at

Wohnumfeld prüfen

Wichtig bei der Suche nach dem perfekten Baugrund ist auch das Wohnumfeld. Künftige Bauherren sollten daher die Infrastruktur, das Freizeitangebot in der näheren Umgebung sowie die verkehrstechnische Anbindung genau unter die Lupe nehmen. Auch lärm- und geruchsbelästigende Betriebe in der Nachbarschaft können jedes noch so tolle Grundstück bald zum Albtraum machen.

Kosten kalkulieren

Wer ein Grundstück erwirbt, sollte daran denken, dass neben den Kaufkosten auch noch einige Nebenkosten anfallen:

  • Maklerprovision: Wer das Grundstück über einen Makler erwirbt, muss in der Regel eine Käuferprovision zahlen. Diese beträgt je nach Kaufpreis zwischen drei und vier Prozent des Preises.
  • Grunderwerbsteuer: Bei jedem Grundstückskauf muss eine Grunderwerbsteuer an den Fiskus entrichtet werden. Diese beträgt generell 3,5 Prozent des Kaufpreises.
  • Grundbuchsgebühr: Für die Eintragung ins Grundbuch werden 1,1 Prozent des Kaufpreises fällig. Bei einer Belastung des Grundstücks durch eine Hypothek fallen nochmals 1,2 Prozent vom Wert des Pfandrechts sowie dessen Eintragung an. Hinzu kommt eine Eingabengebühr von 44 Euro beziehungsweise von 62 Euro, wenn die Antragstellung nicht elektronisch erfolgt.
  • Notarkosten: Ein Kaufvertrag wird in der Regel von einem Notar aufgesetzt, der ebenfalls bezahlt werden will. Häuslbauer sollten hierbei ungefähr ein bis drei Prozent des Kaufpreises einkalkulieren.

Verschiedene Optionen vergleichen

Wer sich für ein Grundstück interessiert, sollte vor allem eines mitbringen: Ruhe und Geduld. Es ist deutlich besser, viele verschiedene Optionen abzuwägen und zu vergleichen als übereilt ein Grundstück zu kaufen, das sich im Nachhinein nicht als optimale Lösung herausstellt. Zudem sollten auch bei der Finanzierung verschiedene Angebote verglichen werden.

Link-Tipp

Hier finden Häuslbauer weitere Informationen zum Thema Kreditvergleich.

04.09.2017


Ihre Meinung zählt

(0)
0 von 5 Sternen
5 Sterne
 
0
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben