Einbruchschutz für Mieter: Wachhund, Nachbar und Alarmanlage

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Bei jedem zehnten Österreicher wurde schon einmal eingebrochen, mehr als jeder zweite hat Freunde oder Nachbarn, denen das passiert ist. Es ist daher wichtig, sich und seinen Besitz zu schützen. Mietern stehen dabei aber nicht alle Möglichkeiten offen. Mit diesen Tricks haben es Einbrecher schwer – und geben möglicherweise frühzeitig auf.

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Gegensprechanlage, Türkette, zweites Türschloss. Daneben gibt es noch jede Menge weiterer Einbruchschutzmaßnahmen. Foto: Ewald Froech/fotolia.com

Es gibt viele Möglichkeiten, seine Wohnung und all das Hab und Gut darin vor Einbrechern zu schützen. Klar muss jedoch sein: Einen vollständigen Schutz gibt es nicht. Oftmals geht es deswegen darum, Einbrechern keine Gelegenheiten zu bieten, sie abzuschrecken oder es ihnen zumindest so schwer wie möglich zu machen. Insbesondere Mietern bleiben jedoch viele Maßnahmen verwehrt – denn bauliche Veränderungen dürfen Sie nicht ohne weiteres durchführen. Einbruchschutzmethoden wie die Installation von Überwachungskameras wären zwar einfach umzusetzen, schränken aber die Rechte Dritter ein.

Einbruchschutz für Mieter

Mieter können nicht einfach diverse bauliche Maßnahmen vornehmen, um ihr Eigentum zu schützen. Wer neue Türen einbauen oder einen feuerfesten Safe einmauern lassen möchte, braucht die Zustimmung des Vermieters – und investiert in fremdes Eigentum. Es gibt aber auch einige weniger aufwendige Methoden zur Abwehr von Einbrechern.

Nachlässigkeiten vermeiden

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Vor dem Verlassen der Wohnung das Fenster schließen. Wer bei solchen Dingen nicht nachlässig ist, kann einen Einbruch verhindern. Foto: brizmaker/fotolia.com

Bestimmte Dinge machen es Einbrechern besonders einfach, in die Wohnung zu gelangen: eine nicht abgeschlossene Wohnungstür, gekippte Fenster und Balkontüren oder unter der Fußmatte versteckte Wohnungsschlüssel. All diese Dinge lassen sich leicht vermeiden und sind ein wirksamer Einbruchschutz. Auch sollten im Garten oder Geräteschuppen keine Einstiegshilfen wie Leitern offen herumliegen. Weil Einbrecher gerne längere Abwesenheiten nutzen, sollten Mieter aufpassen, keine entsprechenden Hinweise in die Öffentlichkeit zu posaunen – beispielsweise über Social-Media-Kanäle.

Anwesenheit simulieren

Einbrecher vermeiden üblicherweise jede Gefahr, entdeckt zu werden – und lassen sich deswegen meist schon von simulierter Anwesenheit abschrecken. Das geht beispielsweise mit Hilfe von Zeitschaltuhren an Lampen oder dem Fernseher, die trotz Urlaub zur Vorabendserie und bei Einbruch der Dunkelheit ihre Dienste verrichten.

Noch überzeugender können Mieter Ihre Anwesenheit mithilfe von Smart-Home-Lösungen vorgaukeln. Dann lassen sich verschiedene Geräte über Smartphone-Apps steuern. Sollen sich allerdings auch Fenster und Rollläden aus der Ferne bedienen lassen, sind bauliche Maßnahmen notwendig, die sich in der Mietwohnung nicht unbedingt realisieren lassen – und wenn, dann nur nach Rücksprache mit dem Vermieter.

Nachbarschaftshilfe

Einbruchschutz, Nachbarin sieht aus Fenster, Wachsamkeit, Foto: Haessler/fotolia.com
Nachbarn sollen einen Einbruch nicht tatkräftig verhindern. Ihre Wachsamkeit kann Einbrecher aber abschrecken oder bei der Aufklärung helfen. Foto: Haessler/fotolia.com

Bei längerer Abwesenheit kann der Nachbar oder ein Freund die Wohnung betreuen, also den Briefkasten entleeren, Blumen gießen und ab und zu durchlüften. Dann wirkt die Wohnung weniger verlassen. Ein wachsamer Nachbar verschreckt zwar vermutlich keine Einbrecher, er kann aber die Polizei alarmieren und so dabei helfen, einen Einbrecher auf frischer Tat zu ertappen oder die Tat aufzuklären.

Alarmanlage

Es gibt zwei verschiedene Arten von Alarmanlagen: Jene, die die Außenhaut eines Gebäudes überwachen, also beispielsweise erkennen, ob ein Fenster geöffnet wird und jene zur Fallenüberwachung, also Alarmanlagen, die Bewegungen im Gebäude registrieren. Die Außenhaut-Alarmanlage lässt sich nicht ohne weiteres anbringen, denn hier wären bauliche Maßnahmen notwendig, die der Vermieter erlauben muss. Mieter können alternativ aber recht einfach Bewegungsmelder installieren. Diese geben dann entweder ein sichtbares oder hörbares Alarmsignal. Möglich ist auch eine automatische Meldung bei einem privaten Wachunternehmen. Dieser Service kostet je nach Wachunternehmen beispielsweise zehn Euro im Monat oder 20 Euro pro Alarm. Eine Schaltung zur Polizei ist ebenfalls möglich, muss aber bei der jeweiligen Landespolizeidirektion beantragt werden. Zudem werden hier Gebühren fällig, falls es zu einem Fehlalarm kommt.

Abschreckung durch einen Wachhund

Hund guckt aus Fenster, Einbruchschutz, Wachhund, Foto: Javier Brosch/fotolia.com
Immer wachsam. Ein Hund kann ein wirksamer Einbruchschutz sein. Und sei es nur, weil der Einbrecher das laute Gebell scheut.

Ein Hund kann ein äußerst wirksamer Schutz vor Einbrechern sein. Zumindest dann, wenn der Vermieter Hundehaltung erlaubt. Die Aufgabe des Hundes ist es, den Einbrecher abzuschrecken, entweder durch lautes Gebell oder durch ein bedrohliches Äußeres. Angreifen darf ein Hund aber nicht. Verletzt er den Einbrecher, hat der unter Umständen Anspruch auf Schmerzensgeld, der Halter macht sich womöglich sogar der fahrlässigen Körperverletzung schuldig. Denn der Hundehalter muss dafür sorgen, dass sein Hund niemanden verletzt. Ob er diese Sorgfaltspflicht erfüllt hat, wird im Zweifel vor Gericht entschieden.

Link-Tipp

Vermieter müssen einen Hund in der Mietwohnung nicht erlauben. Alle Informationen rund um Tierhaltung in der Mietwohnung.

So kann der Vermieter zu einer sicheren Wohnung beitragen

Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten, Einbrecher abzuschrecken. Doch müssen diese Methoden vom Eigentümer oder der Eigentümergemeinschaft umgesetzt oder zumindest gestattet werden.

Sichere Türen und Fenster

Türen und Fenster sind nicht unbedingt ein ernsthaftes Hindernis für Einbrecher. Ob eine Tür oder ein Fenster einem Einbruchsversuch besser oder schlechter standhält, wird mithilfe bestimmter Sicherheitsklassen markiert, die allerdings keine absolute Sicherheit versprechen.

  • Eine Tür oder ein Fenster der Sicherheitsklasse RC 2 hält einen Einbrecher, der mit Schraubendreher und Zange hantiert, mindestens drei Minuten auf.
  • Eine Tür oder ein Fenster der Klasse RC 3 hält den Einbrecher mindestens fünf Minuten auf, selbst wenn er zusätzlich mit einem weiteren Schraubendreher und einem Stemmeisen ausgestattet ist.

Diese beiden Sicherheitsklassen reichen als Einbruchschutz oftmals aus, denn ein Einbruch muss schnell gehen. Jede Minute am Tatort erhöht das Risiko des Einbrechers, erwischt zu werden. Einbrecher nutzen deswegen in vielen Fällen Gelegenheiten, die sich ihnen bieten. Eine abgeschlossene Tür der Klassen RC 2 oder RC 3 bietet keine solche einfache Gelegenheit.

Videoüberwachung

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Eine Videokamera auf dem Gemeinschaftsgelände einer Mehrparteienanlage ist nur zulässig, wenn alle Bewohner zustimmen. Foto: Photographicss/fotolia.com

Eine Videokamera hält niemanden physisch davon ab, Schmuck und Bargeld zu entwenden. Aber sie kann dabei helfen, eine Straftat aufzuklären – und den Einbrecher abzuschrecken. Weil eine Videokamera alles filmt, was ihr vor die Linse kommt, kann sie unter Umständen in die Persönlichkeitsrechte Außenstehender eingreifen. Deswegen ist der Einsatz von Überwachungskameras an bestimmte Regeln gebunden, die eine rechtssichere Überwachung sehr erschweren oder ganz unmöglich machen:

  • es dürfen keine öffentlichen Wege oder fremde Grundstücke gefilmt werden
  • es muss klar erkennbar auf die Videoaufnahmen hingewiesen werden – beispielsweise durch ein Hinweisschild neben der Klingel
  • die Daten müssen sofort gelöscht werden, sofern sie nicht mehr zur Aufklärung einer Straftat benötigt werden
  • alle Wohnparteien müssen einverstanden sein

Beleuchtung

Rechtlich unproblematisch ist dagegen die Installation einer guten Beleuchtung des Mietshauseingangs. Das schreckt nicht nur Einbrecher ab, sondern beugt auch Unfällen vor und hilft im Notfall Rettungssanitätern, das Haus schnell zu finden. Rund ums Haus können Bewegungsmelder eine gute Lösung sein.

Maßnahmen für einzelne Wohneinheiten

Einbruchschutz, Türspion, Foto: tzahiV/fotolia.com
Ein Türspion hält zwar keinen Einbrecher davon ab, in die Wohnung zu gelangen. Doch Nachbarn haben das Treppenhaus gut im Blick. Foto: tzahiV/fotolia.com

Einzelne Wohneinheiten können mit Türspionen und einer Gegensprechanlage ausgestattet werden. So können wachsame Nachbarn den Flur im Blick behalten, ohne sich selbst einem potenziellen Einbrecher unmittelbar auszusetzen. Eine Gegensprechanlage trägt nur dann zum Einbruchschutz bei, wenn sie mit einer Videofunktion ausgestattet ist. Mieter erkennen dann besser, wem sie die Tür öffnen. So mancher angebliche Maler oder Postbote hat in Wirklichkeit den Fahrradkeller ausgeräumt.

Einbruchschutzmaßnahmen finanzieren

Einbruchschutzmaßnahmen werden von den einzelnen Bundesländern in unterschiedlichem Maße gefördert. So gewährt beispielsweise die NÖ Wohnbauförderung einen Direktzuschuss für Ein- oder Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser und Wohnungen. Der Einbau einer Alarmanlage oder einer Sicherheitstür wird beispielsweise mit bis zu 1.000 Euro gefördert. Einen Förderungsantrag können sowohl Mieter als auch Eigentümer stellen. Mieter sollten sich am besten direkt bei ihrem Bundesland über die verschiedenen Förderungsmöglichkeiten informieren.

Einbruchschutz lohnt sich

Einbruchschutz wirkt. Das zeigt die Kriminalstatistik: Rund 40 Prozent aller Einbruchversuche scheitern an vorhandener Sicherheitstechnik. Nicht inbegriffen sind die Fälle, in denen Einbrecher schon vor dem Versuch abgeschreckt wurden. Wer seinen Hausrat gegen Einbruch versichern lässt, zahlt außerdem bei einigen Policen weniger, wenn er Vorsichtsmaßnahmen trifft – egal ob Mieter oder Vermieter. Manchen Versicherungen reicht es allerdings schon aus, wenn Wertgegenstände nicht offen herumliegen, sondern im Schrank oder in der Kommode versteckt sind. Noch günstiger wird’s, wenn sie in einem Safe liegen. 

17.05.2017


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