Grundsteuer berechnen: So geht’s

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Wer in Österreich eine Liegenschaft sein Eigen nennt, muss an seine Gemeinde Grundsteuer zahlen. Allerdings: Leicht zu durchschauen ist die Berechnung der Steuerhöhe nicht. Neben der Art der Liegenschafft kommt es dabei auch auf Zahlen wie den Steuermessbetrag und den Hebesatz an.

Grundsteuer, Grundsteuer berechnen, Foto: Geber86/iStock.com
Auch wer kein Finanzexperte ist, kann die Höhe der Grundsteuer selbst berechnen. Foto: Geber86/iStock.com

Immobilieneigentum kostet regelmäßig Steuern: Grundsteuer, um genau zu sein. Die Grundlage für ihre Erhebung ist das Grundsteuergesetz aus dem Jahr 1955. Die Steuer wird von den Gemeinden erhoben und kommt ihnen auch zur Gänze zugute. Steuerschuldner ist dabei immer der Eigentümer einer Immobilie. Die Berechnung der Grundsteuer ist dabei allerdings nicht immer ganz durchsichtig.

Grundlage der Berechnung: der Einheitswert

Für die Berechnung der Grundsteuer wird der sogenannte Einheitswert herangezogen. Dieser Wert wird vom Finanzamt nach einem bestimmten, gesetzlich vorgeschriebenen, Berechnungsverfahren ermittelt – in der Regel ist er um ein vielfaches niedriger als der tatsächliche Wert, den eine Immobilie auf dem freien Markt erzielen würde. Aus diesem Wert wird dann mittels der ebenfalls im Gesetz festgelegten Steuermesszahlen der Steuermessbetrag ermittelt. Die Steuermesszahlen sind je nach Art der Liegenschaft unterschiedlich und nach Wert gestaffelt.

Bei Einfamilienhäusern beträgt die Steuermesszahl:

  • für die ersten 3.650 Euro: 0,5 Promille
  • für die nächsten 7.300 Euro: 1 Promille
  • darüber: 2 Promille

Bei Mietwohngrundstücken und gemischt genutzten Grundstücken beträgt die Steuermesszahl:

  • für die ersten 3.650 Euro: 1 Promille
  • für die nächsten 3.650 Euro: 1,5 Promille
  • darüber: 2 Promille

Für land- und forstwirtschaftliche Betriebe beträgt die Steuermesszahl:

  • für die ersten 3.650 Euro: 1,6 Promille
  • darüber: 2 Promille

 

Für alle übrigen Grundstücke beträgt die Steuermesszahl:

  • für die ersten 3.650 Euro: 1 Promille
  • darüber: 2 Promille


Ein Rechenbeispiel:

Ein Einfamilienhaus hat einen Einheitswert von 40.000 Euro. Für die ersten 3.650 Euro wird eine Steuermesszahl von 0,5 Promille herangezogen, für die nächsten 7.300 Euro ein Promille und für den restlichen Betrag 2 Promille. Daraus ergibt sich folgende Rechnung:

3.650 Euro x 0,5 ‰ + 7.300 Euro x 1 ‰ + 29.050 Euro x 2 ‰ = 67,225 Euro.

Der Steuermessbetrag liegt also bei 67,225 Euro.

Der Steuerhebesatz

Auf Basis des Steuermessbetrags kann nun die tatsächliche Höhe der Steuer ermittelt werden. Denn nach dem Finanzausgleichsgesetz sind die Gemeinden ermächtigt, einen Hebesatz von bis zu 500 Prozent auf den Grundsteuermessbetrag anzuwenden und die Grundsteuer so zu erhöhen. Wie in vielen anderen Gemeinden beträgt der Hebesatz beispielsweise in Salzburg die höchstmöglichen 500 Prozent. Bei einem Steuermessbetrag von 67,225 Euro berechnet sich die fällige Jahresgrundsteuer folgendermaßen:

67,225 Euro x 500 % = 336,13 Euro Jahresgrundsteuer

Fälligkeit der Grundsteuer

Die Jahresgrundsteuer wird in der Regel nicht auf einmal fällig, sondern zu je einem Viertel an folgenden Terminen. am 15. Februar, am 15. Mai, am 14. August und am 15. November. Ausnahme: Wenn die ermittelte Jahresgrundsteuer 75 Euro nicht übersteigt, wird der gesamte Betrag am 15. Mai fällig.

Befreiung von der Grundsteuer

Unter bestimmten Umständen ist es möglich, sich von der Grundsteuer befreien zu lassen – beispielsweise wenn die Liegenschaft einem Sportverein gehört oder bei fließenden Gewässern auf dem Grundstück. Zudem gibt es in den Bundesländern eine Reihe von Gesetzen, die eine zeitlich begrenzte Befreiung von der Grundsteuer möglich machen. Diese betreffen meist neu geschaffene Immobilien oder solche, die vom Staat gefördert wurden. Über die genauen Möglichkeiten zur Befreiung gibt das zuständige Lagefinanzamt Auskunft.

07.04.2017


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