So funktioniert der Handwerkerbonus

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Mit dem sogenannten Handwerkerbonus erhalten Privatpersonen, die einen Handwerker beauftragen, seit 1. Juli 2014 Geld vom Staat zurück. Für die Erhaltung oder Modernisierung des Hauses oder der Wohnung gibt es bis zu 600 Euro Zuschuss. Wer eine solche Förderung beantragen will, sollte einige Tipps und Hinweise beachten.

Förderung, Handwerkerbonus, Foto: JPchret/fotolia.com
Wer für Renovierungsarbeiten in seiner Wohnung einen Fachbetrieb beauftragt, kann dank Handwerkerbonus eine staatliche Förderung beantragen. Foto: JPchret/fotolia.com

Reparaturen und Renovierungen an Haus oder Wohnung gehen ins Geld und werden oft aufgeschoben. Dabei fördert der Staat Österreich solche Handwerksarbeiten: mit dem Handwerkerbonus. Für Leistungen, die der Modernisierung, Erhaltung und Renovierung von Wohnraum dienen, erhalten Immobilieneigentümer und auch Mieter Geld vom Staat zurück.

Handwerkerbonus: Voraussetzungen der Förderung

Handwerkerbonus, Grafik: immowelt.de

Durch den Handwerkerbonus werden Kosten für die reine Arbeitsleistung der Handwerker und Fahrtkosten gefördert, nicht jedoch die Materialkosten. Wichtig ist daher, dass der Handwerker eine Rechnung ausstellt, in der die Arbeitskosten gesondert ausgewiesen sind. Förderbar sind grundsätzlich nur solche Arbeiten, die in Räumen stattgefunden haben, die der Antragsteller auch tatsächlich bewohnt – ausgenommen sind demnach Arbeiten an Außenanlagen oder einer Garage sowie die Erweiterung von bereits bestehendem Wohnraum.
Einige Arbeiten können grundsätzlich nicht gefördert werden. Dazu zählen:

  • Material- und Entsorgungskosten
  • Kosten für Arbeitsleistungen zur Neuschaffung oder Erweiterung von bestehendem Wohnraum
  • Kosten für Arbeitsleistungen außerhalb des eigentlichen Wohnobjekts, beispielsweise im Garten oder an der Garage
  • Die Kosten für gesetzlich vorgeschriebene Wartungsarbeiten, Gutachten und Ablesedienste.

Gegenüber dem Finanzamt muss nachgewiesen werden, dass der Handwerker per Banküberweisung bezahlt wurde – ein Nachweis über eine Barzahlung genügt nicht. Ebenfalls wichtig: Das Unternehmen, das die Arbeiten durchführt, muss im Sinne des Paragraphen 94 der Gewerbeordnung dazu befugt sein. Das bedeutet in der Praxis, dass die Handwerker einen Befähigungsnachweis erbracht haben müssen, der sie zur Ausübung ihres Handwerks befugt. Wer den Handwerkerbonus beantragen will, sollte sich diese Befugnis vom Handwerker bestätigen lassen.

Info

Übrigens: Auch ein Mieter kann eine Förderung beantragen – sowohl, wenn er selbst die Handwerker beauftragt hat, als auch, wenn der Vermieter zwar die Handwerker beauftragt, die Kosten dafür aber auf den Mieter überwälzt hat.

Dieser Betrag wird gefördert

Handwerkerbonus, Grafik: immowelt.de

Gefördert werden können mit dem Bonus grundsätzlich 20 Prozent der Kosten für Arbeitsleistung und Anfahrt der Handwerker ohne Umsatzsteuer. Dabei müssen die Kosten pro Rechnung mindestens 200 Euro betragen. Zudem haben die Koalitionsparteien eine Höchstgrenze beschlossen. Die förderbaren Kosten dürfen pro Antragsteller, Wohneinheit und Jahr 3.000 Euro nicht überschreiten. Das bedeutet in der Praxis: Pro Jahr kann ein Antragsteller nicht mehr als 600 Euro vom Staat zurückverlangen – also 20 Prozent von 3.000 Euro.

Zudem ist die Förderungshöhe gedeckelt und die Gelder werden nach dem Windhundverfahren vergeben. Es gilt also: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Für das Jahr 2014 stellt die Bundesregierung zehn Millionen Euro bereit. Ist der Betrag aufgebraucht, werden für das Jahr keine weiteren Fördergelder vergeben. Für die Jahre 2015 und 2016 hat die Bundesregierung jeweils 20 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung gestellt.

Diese Unterlagen werden für einen Antrag benötigt

Handwerkerbonus, Grafik: immowelt.de

Wer den Handwerkerbonus beantragen will, muss bei einer der vier österreichischen Bausparkassenzentralen eine Reihe von Dokumenten einreichen – wahlweise per E-Mail, Fax oder Post. Dabei handelt es sich um:

  • Das Antragsformular
    Es kann unter www.handwerkerbonus.gv.at heruntergeladen werden. (Hinweis: Anträge sind bisweilen nur ab einem bestimmten Monat möglich. In der Zeit vorher steht das Formular nicht zum Download bereit.)
  • Den Meldezettel oder Auszug aus dem Melderegister
    Antragsteller müssen am Wohnobjekt mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet sein.
  • Die Endrechnungen für die Arbeitsleistungen der Handwerker
    Diese müssen auf den Antragsteller ausgestellt sein, zudem müssen die Arbeits- und Fahrtkosten gesondert aufgeführt sein. Außerdem sind eine Beschreibung der Arbeitsleistung und die Angabe des Leistungszeitraumes und -ortes nötig.
  • Die Überweisungsbestätigungen
    Kontoauszüge, Überweisungsbelege, Online-Überweisungsbestätigungen oder Erlagscheine. Daraus hervorgehen müssen das Überweisungsdatum und der Zahlungsempfänger. Wichtig: Quittungen von Barzahlungen werden nicht anerkannt.

Wenn der zuständigen Bausparkasse alle Unterlagen vorliegen, erhält der Antragsteller eine schriftliche Zusage der Förderung. Im Anschluss wird der Bonus auf dessen Konto überwiesen.

Mit dem Handwerkerbonus will die Bundesregierung die Schwarzarbeit bekämpfen und die Konjunktur ankurbeln. Die Förderung soll als Anreiz dienen, ein zu Handwerksarbeiten befugtes Unternehmen zu beauftragen.

29.06.2016


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