Wespennest: So sollten Gartenbesitzer handeln

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Wespen sind nicht gerade beliebt und ein Wespennest am Balkon oder im Garten sorgt für Unbehagen oder sogar Panik – groß ist die Angst vor Stichen. Allerdings: Ein Wespennest umzusiedeln oder gar zu zerstören, ist je nach Wespenart und Bundesland nur erlaubt, wenn die Tiere auch tatsächlich eine Gefahr darstellen. Diese Tipps helfen dabei, mit den Plagegeistern zurechtzukommen.

Kunstvolles Gebilde: Nicht selten entsteht ein Wespennest in der Nähe von Menschen. Foto: sunset man/fotolia.com

Ein schattiges Plätzchen im Garten, die Füße im kühlen Gras und in der Hand eine erfrischende Limonade – so lässt sich der Sommer aushalten. Bis irgendwann ein wohlbekanntes Summen das Ende der friedlichen Entspannung ankündigt. Wespen versuchen oft hartnäckig, Freiluftgenießern einen Teil ihrer Speisen und Getränke abzutrotzen. Viele reagieren dann panisch, dabei sind Wespen von Natur aus nicht aggressiv.

So leben Wespen

Wer sich wundert, dass Wespen nicht nur süße Getränke und Eis begehrlich umkreisen, sondern auch beim Grillen gerne mit von der Partie sind, dem sei versichert: Die gelb-schwarzen Brummer mögen neben Zuckrigem auch Fleisch. Um ihren Nachwuchs mit Proteinen zu versorgen, vertilgen Wespen Fliegen und andere Insekten. Bis zu einem halben Kilo schafft ein Volk in einer einzigen Nacht. Entgegen ihrem schlechten Ruf gelten Wespen deshalb als wertvolle Nutztiere.

Für ihr Nest wählen Wespen häufig die trockenen Balken von Dachstühlen oder halbhohe Halme im Garten. Ihre Brutstätte bewohnen sie lediglich einen Sommer lang. In dieser Zeit schlüpft permanent Nachwuchs, deshalb ist die Population im September am größten. Im Herbst sterben alle Tiere bis auf die neugeborenen Jungköniginnen. Sie verlassen das Wespennest, um in Erdlöchern oder Baumrinden zu überwintern und gründen im folgenden Jahr ihren eigenen Staat.

Wespennest – was tun?

Besorgte Haus- und Gartenbesitzer, die ein Wespennest auf ihrem Anwesen entdecken, sollten es erst einmal an seinem Platz lassen. Je nach Bundesland und Wespenart darf das Nest auch nur in Ausnahmefällen entfernt werden. So stehen beispielsweise Grabwespen im Burgenland auf der Liste der besonders geschützten Tierarten, in Tirol dagegen nicht. Genauere Informationen zu den einzelnen Tier- und Naturschutzverordnungen gibt es bei den jeweiligen Bundesländern.

Ist es doch einmal nötig, das Wespennest zu entfernen, beispielsweise aufgrund von Allergien, hilft zum Beispiel die örtliche Feuerwehr. Die Waben werden dann nicht zerstört, sondern so entfernt, dass sie an einem ungefährlichen Ort mitsamt ihren Bewohnern wieder ausgelegt werden können. In Eigenregie sollte eine solche Umzugsaktion aber niemand vornehmen –allein schon, um keinen Wespenangriff zu riskieren.

Für Erwachsene und Kinder, die keine Wespenallergie haben, sind einzelne Stiche in der Regel nicht gefährlich. Die Tiere stechen normalerweise nur, wenn jemand ihrem Nest zu nahe kommt oder sie sich durch hektische Bewegungen bedroht fühlen. Um die Wespen im Garten nicht versehentlich aufzustören, ist es sinnvoll, das Nest mit Absperrband oder Stöcken zu kennzeichnen. Und mit laut dröhnenden Rasenmähern sollte man auch lieber einen großen Bogen darum machen.

Hilfreicher Schutz vor Wespenattacken

Selbst wenn die Plagegeister direkt um Mund und Nase schwirren, Wespen wegpusten, ist keine gute Idee. Das Kohlendioxid im Atem ist für Wespen ein Warnsignal und kann sie aggressiv machen. Wer sie von der Terrasse fernhalten möchte, kann Räucherstäbchen, Nelken- oder Citronellaöl anwenden. Auch der Geruch von Tomatenstöcken, Basilikumpflanzen und Knoblauch ist den Störenfrieden höchst unangenehm. Eine andere Möglichkeit ist es, die Tiere mit einer Ablenkfütterung vom Gartentisch fernzuhalten. Am besten geeignet sind dafür reife Trauben. In der Fallobstzeit sollten besonders Kinder zum Spielen auf der Wiese geschlossene Schuhe tragen, um nicht versehentlich in eine Wespe zu treten. Nach dem Essen sollten Eltern ihren Kleinen Mund und Hände abwaschen, um Rückstände zu entfernen. Wird doch einmal jemand gestochen, helfen Eisbeutel und eine aufgeschnittene Zwiebel um Schwellung und Juckreiz zu lindern. Besteht der Verdacht einer Allergie, gilt es, sofort den Notarzt zu verständigen.

So nervtötend Wespen manchmal sein mögen - Haus- und Gartenbesitzer sollten immer bedenken, dass sich jedes Wespenproblem im September von selbst erledigt. Dann nämlich sterben alle Tiere bis auf die Königin – diese gründet im nächsten Frühjahr nach ihrem Winterschlaf an anderer Stelle ein neues Volk. Ein Wespennest wird in der Regel nicht mehrmals benutzt.

17.06.2016


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2 Kommentare

Transgender Wespe am 24.06.2017 20:13

Und wenn ihr einen Pandabären im Garten habt, freundet euch mit ihm an. Er steht unter Naturschutz und darf da jetzt wohnen. Alternativ könnt ihr einen speziellen Spezialpandaumsiedelungsdienst beauftragen. Der bringt den Panda dann in... mehr

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Gisela Resek am 17.03.2017 16:36

Ich hatte voriges Jahr ca 1,5 Meter vor meinem Schlafzimmerfenster ein Wespennest - kein e Wespe hat mich gestochen oder irgendwie belästigt und noch n i e war meine Wohnung so Gelsenfrei wie voriges Jahr auch habe ich ihnen gern... mehr

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