Wohnung kündigen – problemlos raus aus dem Mietvertrag

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Wer aus einer Mietwohnung auszieht, muss vorher die Wohnung kündigen – das ist klar. Bei der Kündigung des Mietvertrags gibt es jedoch einige Feinheiten zu beachten, die Mieter kennen sollten. Ansonsten riskieren sie, dass der Mietvertrag auch nach ihrem Auszug noch weiterläuft. So können Mieter teure Fehler vermeiden.

Wohnung kündigen, Kündigung, Briefkasten, Foto: Andrey Popov/fotolia.com
Wer seine Wohnung kündigen will, sollte das schriftlich machen. Foto: Andrey Popov/fotolia.com

Arbeitsplatzwechsel, Familienzuwachs oder schlichtweg der Wunsch nach mehr Platz – Gründe für einen Umzug gibt es viele. Bei allem Umzugsstress sollten Mieter jedoch nicht vergessen, ihre Mietwohnung richtig und rechtzeitig zu kündigen. Denn Fehler können teuer werden.

Wohnung kündigen: immer schriftlich

Die Kündigung des Mietvertrags muss immer schriftlich und auf Papier geschehen. Mündliche Kündigungen oder Kündigungen per Fax genügen nicht. Eine Kündigung per E-Mail ist nur mit einer speziellen elektronischen Signatur möglich. Weitere Informationen hierzu hat das Bundesministerium für Digitalisierung auf einer eigenen Webseite gesammelt. Auch die Unterschrift aller Hauptmieter ist zwingend notwendig – ohne sie ist die Kündigung unwirksam.

Kündigung per Einschreiben

Wer sichergehen will, dass die Kündigung auch wirklich beim Vermieter ankommt, sollte sie per Einschreiben zustellen lassen. Dabei wird einerseits dokumentiert, dass der Brief auch tatsächlich beim Vermieter ankommt, andererseits steht dem Absender auch die Sendungsverfolgung zur Verfügung – er kann also sehen, wo der Brief gerade ist. Es gibt mehrere Varianten von Einschreiben:

  • Die Wohnungskündigung per Einwurf-Einschreiben
    Dabei bestätigt der Postbote, dass er den Brief in den Postkasten des Vermieters gesteckt hat.
  • Die Kündigung per Einschreiben mit Service „Eigenhändig“
    Dabei bestätigt der Postbote, dass er die Sendung nur an den Empfänger persönlich oder an eine bevollmächtigte Person ausgehändigt hat
  • Die Kündigung per Einschreiben mit Service „Eigenhändig“ – nicht an Postbevollmächtigte
    Kann zusammen mit dem Service „Eigenhändig“ in Anspruch genommen werden. Die Sendung wird dabei nur dem Empfänger persönlich zugestellt und keinem Postbevollmächtigten.


Alternativ kann der Mieter die Kündigung auch persönlich in den Postkasten des Vermieters werfen – im Idealfall mit einem oder mehreren Zeugen, die im Zweifel bestätigen können, dass das Schreiben auch tatsächlich dort gelandet ist. Noch besser und am sichersten ist es allerdings, die Kündigung persönlich an den Vermieter zu übergeben und sich den Empfang quittieren zu lassen.

Eine letzte Möglichkeit, die hauptsächlich dann in Frage kommt, wenn das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter ohnehin schon zerrüttet ist: Der Mieter kündigt gerichtlich über das jeweils zuständige Bezirksgericht.

Was im Kündigungsschreiben stehen muss

Will der Mieter seine Wohnung kündigen, genügt zwar theoretisch ein Schreiben, in dem der Mieter seinen Willen bekundet, das Mietverhältnis zum nächstmöglichen Termin aufzulösen. Um späteren Streitigkeiten vorzubeugen, sollten im Kündigungsschreiben bestimmte Informationen enthalten sein, beispielsweise die Kündigungsfrist sowie der Termin, zu dem das Mietverhältnis endet. Insgesamt sollten folgende Informationen in einem Kündigungsschreiben nicht fehlen:

  • Willensbekundung, dass die Wohnung gekündigt werden soll
  • Unterschriften aller Hauptmieter
  • Adresse der Mietwohnung und Stockwerk
  • Datum, zu dem der Mietvertrag abgeschlossen wurde
  • Kündigungsfrist
  • Letzter Tag des Mietverhältnisses
  • Bitte um Terminvereinbarung zur Wohnungsübergabe
  • Aufforderung an den Vermieter, die Kündigung zu bestätigen
  • Bitte, die Kaution zurückzuzahlen

Die Mietkaution muss der Vermieter in der Regel binnen weniger Tage nach der Übergabe zurückzahlen. Er ist lediglich berechtigt, solche Beträge zurückzubehalten, die er für Reparaturen oder Schadensbehebungen aufwenden muss.

Link-Tipp

Unter help.gv.at hat die Bundesregierung ein Musterformular zur Kündigung des Mietvertrags durch den Mieter bereitgestellt.

Kündigungsfristen beachten

Wohnung kündigen, Foto: mihap/fotolia.com
Soll der Mietvertrag zu einem bestimmten Zeitpunkt enden, müssen Mieter auf die Kündigungsfrist achten. Foto: mihap/fotolia.com

Neben einem korrekten Kündigungsschreiben sollten Mieter auch darauf achten, die Kündigungsfristen einzuhalten. Diese unterscheiden sich je nach Art des Mietvertrags – entscheidend ist dabei, ob für das Mietverhältnis das Mietrechtsgesetz (MRG) gilt und ob es sich um einen befristeten oder einen unbefristeten Mietvertrag handelt.

Befristeter Mietvertrag im Voll- und Teilanwendungsbereich des MRG

Bei einem zeitlich befristeten Mietvertrag, auf den das Mietrechtsgesetz entweder voll oder teilweise anwendbar ist, ist eine Kündigung erst nach einem Jahr überhaupt möglich. Die Kündigungsfrist beträgt in diesem Fall drei Monate und eine Kündigung ist immer erst zum Monatsletzten möglich. Ein Beispiel: Ein Mieter der am 31. Dezember ausziehen will, muss dafür sorgen, dass der Vermieter das Kündigungsschreiben bis zum 30. September erhält.

Befristeter Mietvertrag, für den das MRG nicht gilt

Wenn ein befristeter Mietvertrag nicht unter das Mietrechtsgesetz fällt, endet der Mietvertrag grundsätzlich erst mit dem Ende der Befristung. Eine vorzeitige Beendigung kommt nur dann in Frage, wenn es dafür einen wichtigen Grund gibt, also wenn die Wohnung beispielsweise nicht mehr ordentlich bewohnbar ist.

Unbefristeter Mietvertrag

Bei einem unbefristeten Mietvertrag beträgt die Kündigungsfrist in der Regel einen Monat. Kündigungstermin ist in der Regel der Monatsletzte, wobei hier vertraglich auch andere Vereinbarungen möglich sind. Ein Beispiel: Wird in einem unbefristeten Mietvertrag eine einmonatige Kündigungsfrist vereinbart und will der Mieter zum 31. Dezember ausziehen, muss das Kündigungsschreiben bis zum 30. November beim Vermieter sein.

Wenn der Vermieter die Kündigung ignoriert

Wohnung kündigen, Vermieter ignoriert Kündigung, Foto: triocean/fotolia.com
Ignoriert der Vermieter die Kündigung, kann es hilfreich sein, sie ihm per Gericht zukommen zu lassen. Foto: triocean/fotolia.com

Auch wenn der Mieter alles richtiggemacht hat, kann es vorkommen, dass ein Vermieter die Kündigung ignoriert – beispielsweise indem er ein Einschreiben einfach nicht akzeptiert und dieses zurück zur Post geht. Auch wohnen Mieter und Vermieter nicht immer Tür an Tür und es ist dem Mieter nicht ohne weiteres möglich, das Schreiben selbst beim Vermieter vorbeizubringen. In diesem Fall sollten Mieter von der oben erwähnten gerichtlichen Kündigung Gebrauch machen. Hierfür müssen sie sich an das Bezirksgericht vor Ort wenden. Eine solche Kündigung ist dann im Streitfall rechtssicher.

Ende des Mietverhältnisses

Ist die Kündigung erfolgreich ausgesprochen, muss sich der Mieter auch daran halten. Im Regelfall findet am letzten Tag des Mietverhältnisses eine Wohnungsübergabe statt, bei der auch ein Wohnungsübergabeprotokoll angefertigt wird. Mieter können sich mit dem Vermieter dabei natürlich auch auf einen früheren Zeitpunkt einigen. Wer jedoch verspätet aus der Mietwohnung auszieht, riskiert viel Ärger und Kosten. Der Vermieter kann dann eine Nutzungsentschädigung für seinen Mietzinsausfall geltend machen. Scheitert deshalb eine pünktliche Nachvermietung, ist unter Umständen sogar Schadensersatz fällig. Daher gilt: Wer seine Mietwohnung kündigen will, sollte auch sicher sein, dass er rechtzeitig ausziehen kann.

15.01.2018


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