Hausbau: Raum fürs Leben schaffen

Ein eigenes Haus – das wünschen sich die meisten Österreicher. Wer aus diesem Wunsch Wirklichkeit werden lassen will, braucht vor allem eines: Informationen, die die vielen Entscheidungen rund um den Hausbau erleichtern. Immowelt.at informiert zu verschiedenen Bauweisen und Energiestandards und gibt Tipps für Finanzierung oder Grundstücksuche.

Fertigteilhaus, Foto: Elk Fertighaus GmbH
Fertigteilhäuser stehen heute für Individualität und Modernität. Foto: Elk Fertighaus GmbH

Wünsche und Bedürfnisse klären

Die Frage „Wie möchte ich später wohnen?“ sollten zukünftige Häuslbauer möglichst früh für sich beantworten. Soll zum Beispiel ein Ein- oder Mehrfamilienhaus gebaut werden? Ist ein hübsches Häuschen im Grünen die Verwirklichung des persönlichen Wohntraums oder eher ein stilvolles Stadthaus? Die persönliche Lebensplanung spielt dabei eine zentrale Rolle: Junge Familien müssen sich über ihren zukünftigen Platzbedarf Klarheit verschaffen, ein älteres Paar über die Reduzierung von Barrieren für altersgerechtes Wohnen. Die Kataloge von Hausherstellern können bei der Entscheidungsfindung helfen.

Damit der Traum vom Eigenheim möglichst schnell in die Tat umgesetzt werden kann, braucht es das passende Grundstück. Immowelt.at hilft dabei mit einer praktischen Grundstückssuche. Eine der wichtigsten Fragen in der frühen Phase der Bauplanung ist auch, in welcher Bauweise der Traum vom Eigenheim verwirklicht werden soll.

Schnell ins eigene Heim: Das Fertigteilhaus

Stein auf Stein – das ist die traditionelle Vorstellung von Hausbau. Doch es geht auch anders: Die Bauteile von Fertigteilhäusern werden im Werk des Herstellers vorgefertigt und müssen auf der Baustelle nur noch zusammengefügt werden. Ist das Fundament vorbereitet, steht das neue Eigenheim im Schnitt innerhalb von zwei Tagen so, dass es wetterdicht ist und der Innenausbau beginnen kann.

Fertigteilhäuser, Foto: hanse-haus.de
Fertigteilhaus mit gebäudeintegrierter Photovoltaikanalge. Foto: hanse-haus.de
Fertigteilhäuser, Foto: Hartl Haus
Fertigteilhaus mit großen Glasflächen für helle Innenräume und passive Sonnennutzung. Foto: Hartl Haus
Fertigteilhäuser, Foto: Sonnleitner Holzbauwerke GmbH & Co. KG
Fertigteilhaus mit modern gestalteter Außenanlage. Foto: Sonnleitner Holzbauwerke GmbH & Co. KG
Fertigteilhäuser, Foto: Veit Dennert KG
Fertigteilhaus in kompakter Massivbauweise. Foto: Veit Dennert KG

Ausbaustufen

Fertigteilhäuser werden in Österreich in drei Ausbaustufen angeboten. Genormt ist dabei der Mindestumfang an Leistungen je Ausbaustufe. Im Detail können sich die Angebote der Hersteller unterscheiden.

  1. Ausbauhaus: Basis-Variante, die nur die äußere Hülle des Hauses –  Außenwände inklusive Fenstern, Eingangstür und Dacheindeckung – umfasst. Wichtig: Für das Fundament (Keller oder Bodenplatte) muss der Bauherr vorab selbst sorgen beziehungsweise als zusätzliche Leistung vom Hersteller des Fertigteilhauses anfordern.
  2. Belagsfertig: fertiggestellt bis auf Wand-, Decken- und Bodenbeläge, Innentüren und Sanitärinstallationen.
  3. Schlüsselfertig: Innenausbau ist von Malerarbeiten bis hin zum Fußboden abgeschlossen.

Viele Hersteller von Fertigteilhäusern haben mittlerweile auch den Bau der Außenanlagen oder Garagen im Angebot. Diese Extraleistungen sind jedoch nie Teil der drei genormten Ausbaustufen.

Das Prinzip der Ausbaustufen lässt dem Bauherrn die Wahl, wie viel Eigenleistung er erbringen möchte beziehungsweise ob er weitere Gewerke selbst beauftragt. Besonders handwerklich begabte Häuslbauer können ihre Eigenleistung mit einem Baukastenhaus maximieren: Der Hersteller liefert einzelne Hausteile auf die Baustelle, die dann vom Bauherrn zusammengesetzt werden.

Holz als grundlegender Baustoff

Foto: imago / westend61
Holz ist der Grundbaustoff der meisten Fertigteilhäuser, die in Österreich gebaut werden. Foto: imago / westend61

Etwa 85 Prozent der in Österreich gebauten Fertigteilhäuser basieren auf Konstruktionen aus Holz. Weil Holz im Verhältnis zu Ziegel oder Beton weitaus weniger wiegt, spricht man hier von Leichtbauweise. Bei den meisten Fertigteilhäusern in Österreich bestehen Wand-, Decken- und Dachelemente aus einem Holzgerüst, das – durch Platten versteift – die statische Hauptrolle spielt.

Eine erhöhte Brandgefahr geht vom Baustoff Holz nicht aus, versichert Christian Murhammer, Geschäftsführer des Österreichischen Fertighausverbandes: „Holz ist nur der tragende, innere Kern der Wände, es wird mit nicht brennbaren Materialien wie Mineralputz verkleidet. Die Gefahr geht bei Bränden in der Regel auch nicht vom Baumaterial aus, sondern von Teilen der Inneneinrichtung wie Möbeln, Teppichen oder Vorhängen“.

Die Kosten eines Fertigteilhauses sind von der Größe, der Ausstattung, dem Energiestandard und natürlich von der gewählten Ausbaustufe abhängig. Die günstigsten Ausbauhäuser kosten um 100.000 Euro, schlüsselfertige Häuser sind ab 140.000 Euro zu bekommen. Nicht enthalten sind in diesen Kosten die Ausgaben für Grundstück, Keller oder Bodenplatte, Außenanlagen oder die Hausanschlusskosten.

Fertigteilhäuser auch für Individualisten

„Häuser von der Stange“ sind Fertigteilhäuser schon lange nicht mehr. Zwar bieten die Hersteller Haus-Prototypen an,  dennoch lassen sich heute Grundriss, Fassadengestaltung oder Innenausbau persönlichen Vorlieben anpassen. Den Wünschen der Häuslbauern sind damit keine Grenzen mehr gesetzt.

Auf der Suche nach Inspiration für das Fertigteilhaus sind Musterhausparks eine gute Adresse. Hier lassen sich fertig ausgebaute und eingerichtete Fertigteilhäuser besichtigen. Zukünftige Eigenheimbesitzer gewinnnen beim Schlendern durch die Räume einen ersten Überblick über die technischen und gestalterischen Möglichkeiten der einzelnen Hersteller.

Fertigteilhäuser, Foto: hanse-haus.de
Große Fensterflächen und kompakte Form senken bei diesem Fertigteilhaus den Wärmebedarf. Foto: hanse-haus.de
Fertigteilhäuser, Foto: Huf Haus
Fertigteilhaus mit offener Wohnküche und sichtbarer Balkenkonstruktion. Foto: Huf Haus
Fertigteilhäuser, Foto: Sonnleitner Haus
Eine offene Raumaufteilung lässt dieses Fertigteilhaus modern und großzügig wirken. Foto: Sonnleitner Haus
Fertigteilhäuser, Foto: Magnum Vollholzdesign GmbH
Viele Hersteller von Fertigteilhäusern bieten heute Häuser mit großen Fensterflächen an. Foto: Magnum Vollholzdesign GmbH

Vorteile von Fertigteilhäusern

Weil Holz von Natur aus sehr gut dämmt und sich zusätzlich mit modernen Dämmstoffen kombinieren lässt, gibt es heute Fertigteilhäuser mit hohem Energiestandard. Vom Niedrigenergiehaus über Sonnen- und Passivhaus bis hin zum Plusenergiehaus ist alles möglich.

Energiestandards von Gebäuden

"Passivhaus" oder "Niedrigenergiehaus" werden Gebäude genannt, deren Bauteile und Energiebedarf bestimmte Kriterien erfüllen. Da letzterer Wert standardisiert ist, werden diese Begriffe für Häuser auch als Energiestandards bezeichnet. Der Bedarf an Heizwärme eines Hauses wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m2a) ausgedrückt.

Ein weiterer Pluspunkt von Fertigteilhäusern ist ihre kurze Bauzeit. Sie spart Personalkosten und reduziert witterungsbedingte Schwierigkeiten beim Bau auf einen Zeitraum von wenigen Tagen. Verzögerungen durch Lieferschwierigkeiten einzelner Baustoffe sind quasi ausgeschlossen, denn der Hersteller liefert alles aus einer Hand und ab Werk. Bei schlüsselfertiger Ausbaustufe kann das  neue Eigenheim bereits vier bis fünf Monate nach Baubeginn bezogen werden.

"Pro Jahr werden in Österreich rund 4.600 Einfamilienhäuser in Fertigbauweise gebaut. Das entspricht einem Marktanteil von 30 Prozent", bestätigt Christian Murhammer. Der Hausbau mit Fertigteilhäusern ist besonders attraktiv für alle, die preisbewusst und zügig bauen wollen. Auch Bauherren, denen die Zeit fehlt, die Arbeiten auf der Baustelle zu kontrollieren, sind mit einem Fertigteilhaus gut beraten.

Wie bei jeder Bauweise gibt es auch bei Fertigteilhäusern Nachteile: Zwar geben ihre Wände wenig Wärme nach außen ab, jedoch speichern sie Wärme im Vergleich zu massiven Bauten weniger gut. Durch ihre Leichtbauweise sind die gestalterischen Möglichkeiten der Innenräume begrenzt. Schwere Wandschränke können nicht beliebig platziert werden, sondern müssen in den Trägerbalken verankert werden.

Massivhäuser

Fertigteilhäuser, Foto: Fotolia / pitb_1
Aus Ziegeln errichteter Massivbau. Foto: Fotolia / pitb_1

Massives Bauen hat eine lange Tradition. Kamen früher vor allem Ziegel oder Naturstein zum Einsatz, zählen heute auch Gasbeton- oder Blähtonsteine zu den massiven Grundbaustoffen. Allen gemeinsam ist: Sie werden erst auf der Baustelle zu Wänden oder Decken zusammengefügt.

Dafür braucht es viel Handarbeit, was Massivbauten zeitaufwändig macht. Aufgrund ihrer längeren Bauzeit sind sie außerdem anfällig für witterungsbedingte Verzögerungen. Bei Frost ist ein Hausbau mit massiven Baustoffen nicht möglich, weil Mörtel oder Beton dann nicht abbinden.

Raum für Individualität

Ein Vorteil dieser Bauweise ist ihre individuelle Planbarkeit. Egal, welche Vorlieben oder Wünsche ein Bauherr hat – Grenzen setzt ihm eigentlich nur die Statik. Unterschiedlichste Dachformen, Grundrissvarianten oder Fassaden sind möglich und können vor allem durch eine Planung mit einem Architekten so kombiniert werden, dass ein individuelles Einzelstück entsteht.

Solange keine tragenden Wände betroffen sind, lässt sich der Grundriss eines Massivhauses auch nach seiner Fertigstellung noch ändern. Steht das Massivhaus einmal, überzeugt es durch gute Dämmung und Wärmespeicherfähigkeit.

Fertigteilhäuser in Massivbauweise

Fertigteilhäuser, Foto: Veit Denner KG
Teil eines Fertigteilhauses in Massivbauweise. Foto: Veit Dennert KG

Eine Bauweise, die die Vorteile von Fertighaus- und Massivbau vereint, sind Fertigteilhäuser aus massiven Baustoffen. Die Bauteile werden im Werk des Herstellers vorgefertigt, dabei kommen jedoch Porenbeton, Blähton oder Ziegel zu Einsatz.

Der große Vorteil: Fertigteilhäuser in massiver Bauweise können zügiger errichtet werden als konventionelle Massivhäuser. Das zeitaufwändige Mauern und die Austrocknungszeit des Rohbaus fallen weg. Ihre Werte in Sachen Energieeffizienz, Brand- oder Schallschutz sind mit denen von Massivhäusern durchaus vergleichbar.

Derzeit bieten jedoch nur wenige Hersteller in Österreich diese Bauweise an.

Hausbau planen

Geht es an die Planung des Hausbaus, stehen viele vor der Frage: „Womit anfangen?“ Grundsätzlich gilt: Eine gut durchdachte Planung kostet Bauherrn mindestens zwei Monate, ist aber die Basis für eine erfolgreiche und effektive Zusammenarbeit mit späteren Baupartnern wie Architekten oder Baumeistern.

Klären, wie viel Haus drin ist

Zu Beginn der Planung steht – egal, ob es ein Massivbau oder ein Fertigteilhaus werden soll – die Frage, wie sich der Traum vom eigenen Haus finanzieren lässt. Die wenigsten Österreicher sind in der Lage, den Hausbau völlig aus eigener Tasche zu zahlen und greifen darum auf eine Fremdfinanzierung zurück.

Der Finanzierungsplan: Tipps

  • Vor der Suche nach dem richtigen Darlehen sollte ein Kassensturz stehen: Stellen Sie Ihre regelmäßigen Einnahmen Ihren festen Ausgaben gegenüber – das gibt Ihnen einen ersten Überblick über Ihren finanziellen Spielraum.

  • Vergleichen Sie dann unterschiedliche Kreditangebote sorgfältig miteinander. Nicht immer bietet die Hausbank die günstigsten Konditionen! Ein Kreditrechner hilft Ihnen, das für Sie passende Finanzierungsmodell zu finden und bares Geld zu sparen.

  • Achtung: Nicht nur der Zinssatz sollte Ihre Wahl beeinflussen, sondern auch eine Flexibilität bei der Tilgung. Arbeitslosigkeit oder lange Krankheitszeiten müssen im Finanzierungsplan berücksichtigt werden, damit der Hausbau nicht in die Schuldenfalle führt.

  • Informieren Sie sich nicht zuletzt über die Möglichkeiten zur Bauförderung in Ihrem Bundesland. Dabei kann es sich um ein günstiges Darlehen, Annuitäten- und Zinszuschüsse bei der Rückzahlung oder um einen einmaligen Baukostenzuschuss handeln.

Ideen sammeln

Fertigteilhäuser, Foto: contra´stwerkstatt / Fotolia.de
Ideen sammeln, kategorisieren und festhalten ist ein wichtiger Schritt bei der Planung des Hausbaus. Foto: Fotolia.com / contrastwerkstatt

Steht der finanzielle Rahmen fest, geht es daran, die Wünsche an Architektur und Ausstattung zu klären. Dabei sollten zum Beispiel folgende Fragen beantwortet werden: 

  • Wie viele Zimmer werden benötigt?
  • Wird eine offene Raumaufteilung bevorzugt oder sind voneinander abgetrennte Wohnbereiche wichtig?
  • Soll es neben der Terrasse auch noch ein Balkon sein?

Bereits in dieser Phase helfen Experten wie Architekten oder Baumeister bei der Entscheidung. Hilfreich ist außerdem, sich mit Eigenheimbesitzern auszutauschen, deren Häuser in Teilen oder ganz den eigenen Wünschen entsprechen.


Die Planung eines Hauses ist aber nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks. Das örtliche Bauamt beziehungsweise der Bebauungsplan für ein Grundstück setzen der Gestaltungsfreiheit von Häuslbauern Grenzen – wenn sie zum Beispiel Gebäudehöhe oder Dachneigung vorschreiben.

Die Grundstückssuche

Wer nicht gerade auf dem großen Elterngrundstück seine eigenen vier Wände errichten kann, für den ist die Suche nach dem passenden Bauplatz ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Eigenheim.

Die wichtigsten Aspekte bei der Grundstückssuche sind:

  • die Lage
  • die verfügbare Infrastruktur
  • die Größe
  • der Preis

Ist das Grundstück gefunden, sollte man vor dem Kauf unbedingt eventuell vorliegende Bebauungspläne einsehen. Sie liegen bei den Gemeindeämtern zur allgemeinen Einsicht auf. Wer den passenden Baugrund noch nicht gefunden hat, dem hilft immowelt.at mit einer Suchfunktion für Grundstücke weiter.

Das Ergebnis der Ideensammlung wird am besten schriftlich festgehalten und kategorisiert: Auf welche Bauelemente oder Ausstattungsmerkmale kann auf keinen Fall verzichtet werden? Welche sind optional? Diese Notizen helfen dabei, Entscheidungen und Vereinbarungen mit Baupartnern wie Architekten oder Baumeistern zu treffen.

Keine Angst vor Hindernissen und Rückschlägen

Fertigteilhäuser, Foto: Fotolia.com / contrastwerkstatt
Bis zum Einzug ins Eigenheim ist es oft ein weiter Weg. Doch Durchhalten lohnt sich! Foto: Fotolia.com / contrastwerkstatt

Die meisten Österreicher bauen nur einmal im Leben – entsprechend groß sind die Erwartungen an das Projekt Hausbau. Doch häufig ist der Weg von der ersten Idee bis zum Einzug ins Eigenheim lang und im wahrsten Sinne des Wortes steinig. Davon sollte man sich nicht entmutigen lassen!

Der beste Partner für einen erfolgreichen Hausbau ist die solide und durchdachte Bauplanung. Sie reduziert das Risiko von Bauverzögerungen oder steigenden Kosten auf ein Minimum.

Beratung und Information sind die wichtigsten Grundlagen für eine gute Planung. Wertvolle Tipps aus der Praxis gibt es auch von bereits erfolgreichen Häuslbauern, die unter anderem auch gleich den Kontakt zu Baupartner vermitteln können. Persönliche Empfehlungen sind oft Gold wert!

Für alle, die zügig und mit fixen Kosten bauen wollen, sind die Hersteller von Fertigteilhäusern gute Ansprechpartner. Informieren Sie sich durch Produktkataloge und Besuche in Musterhausparks über deren Möglichkeiten, Ihren Traum vom Eigenheim wahr werden zu lassen.

Heike-Elisabeth Schmidt

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